Obschon es solche und solche Nächte gibt, sind sie am Ende alle gleich. Die Dunkelheit schmilzt wie ein Stück Butter in der Pfanne, das Licht wechselt und ein neuer Tag beginnt. Wenn man bedenkt, dass vielerorts den Leuten die Nächte durch explodierende Kamikaze-Drohnen oder bunkerbrechende Bomben erleuchtet werden, ist das natürlich reines Geschwätz. Aber es ist ja nichts dagegen einzuwenden, dass ich von der Chaiselongue aus ein bisschen romantisch daherplappere und mich an vergangene Sommernächte und wilde Küsse erinnere. Hinfahren kann man ja nirgends, weil das Benzin so teuer und alles voller Terroristen ist. Und außerdem – die Herrscher tun es auch, die Guten wie die Bösen.
Wobei ich mittlerweile Freund und Feind nicht mehr unterscheiden kann und ein bisschen neidisch auf die Leute mit den unerschütterlichen Meinungen blicke. Wobei Neid an sich keine meiner hervorstechendsten Eigenschaften ist, weil ich bisher eh mehr als genug von allem bekommen habe, ohne dass ich es mir im Geringsten verdient hätte, und das vergönne ich selbstredend auch allen anderen Menschen. Wobei, allen anderen eigentlich nicht, diesem schwatzhaften Präsidenten, dem bärtigen Kalifen und diesen ganzen teiggesichtigen Widerlingen, den religiösen Eiferern, den Rechthabern, den Faschisten und den Moralaposteln, den Freiern, den Pfaffen, den Monarchen, den Kinderfickern und dem geifernden Chor der Hyänen, denen missgönne ich alles Schöne und wünsche ihnen nur das Übelste, was das Universum zu bieten hat. Wobei das jetzt nicht so gut dazu passt, dass ich gerne ein Lumpenpazifist und eine Liebesbombe wäre.
Wann wechselt denn nun endlich das Licht und diese fiese Nacht geht zu Ende?