In den Tagen der Angepasstheit, wo das Essen nicht mehr blutet, die Habenichtse hingegen schon, drehen die Autoren der Edition Groschengrab den Mist des Lebens zu Perlen. Worte suchen ihren Weg ins Freie. Die Edition Groschengrab hat es sich zur Aufgabe gemacht sie einzufangen. Die Buchdeckel müssen einladend sein, denn die Texte sind widerspenstig und eigenwillig: Sie gehen nicht mit Jedem. Das Anliegen ist, ihnen einen bequemen Platz einzurichten, wo sie sich gerne lesen lassen.
Der hohle Zahn des Zaren
Der Zar saß beim Frühstück und litt an seinem hohlen Zahn. Die Leere dehnte sich in seinen Mund aus und entfloh in Worten, die sogleich vom Redenschreiber aufgezeichnet und wenig später vom Doppelgänger der Welt vorgetragen wurden. Der Zar fürchtete sich vor der Höhle in seinem Oberkiefer und hätte am liebsten die Krim annektiert, aber das ging nicht, denn das hatte er schon. „Vielleicht“, dachte der Zar, „sollte ich zum Zahnarzt gehen“. Doch die Zahnärzte waren alle im Gulag und der Zar war nur noch von halbseidenen Wahrsagern und zwielichtigen Kaffeesatzlesern umgeben. Also nahm er ein Mittelchen und ging aufs…
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