In den Tagen der Angepasstheit, wo das Essen nicht mehr blutet, die Habenichtse hingegen schon, drehen die Autoren der Edition Groschengrab den Mist des Lebens zu Perlen. Worte suchen ihren Weg ins Freie. Die Edition Groschengrab hat es sich zur Aufgabe gemacht sie einzufangen. Die Buchdeckel müssen einladend sein, denn die Texte sind widerspenstig und eigenwillig: Sie gehen nicht mit Jedem. Das Anliegen ist, ihnen einen bequemen Platz einzurichten, wo sie sich gerne lesen lassen.
Die Herrschaft des Maultiers
Gott hat mich auf die Erde geworfen und jagt mich jetzt zu seinem eigenen Vergnügen. Die Neonlichter der Stadt zerreißen die Nacht wie faule, offene Wunden, ihre Farben kleben an den verspiegelten Fassaden, den Fenstern, die die Seele nicht reflektieren, nur das Elend der tausend leeren Blicke, die an mir vorbeigleiten. Jeder Schritt ein Stampfen, ein Echo der Peitsche, die ich nicht sehe, aber deren Knall den Takt der unsichtbaren Herrschaft schlägt, monotoner Rhythmus, der die Knochen mürbe macht. Der Geruch von altem Alkohol, umgekippten Parfüm und unerfüllten Versprechen hängt schwer in der Luft, als süßlicher Schleier über dem Grau…
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