In den Tagen der Angepasstheit, wo das Essen nicht mehr blutet, die Habenichtse hingegen schon, drehen die Autoren der Edition Groschengrab den Mist des Lebens zu Perlen. Worte suchen ihren Weg ins Freie. Die Edition Groschengrab hat es sich zur Aufgabe gemacht sie einzufangen. Die Buchdeckel müssen einladend sein, denn die Texte sind widerspenstig und eigenwillig: Sie gehen nicht mit Jedem. Das Anliegen ist, ihnen einen bequemen Platz einzurichten, wo sie sich gerne lesen lassen.
Unspektakuläres Zimmergrün
Man kann mir vieles nachsagen, aber mangelnde Bescheidenheit auf keinen Fall. Schon als Kind habe ich klaglos die zu klein gewordenen Butterbrote meines Bruders aufgegessen. Auch als alle anderen Kinder im Pleistozän ein Megatherium zu Weihnachten bekamen, war ich mit einem Averner Tapir zufrieden. Kein Wunder also, dass ich keine mondänen Topfpflanzen mag. Im Grunde bin ich überhaupt keine Freundin von Botanik im Haus. Grün ist außerdem heutzutage bekanntlich versifft und ich plage mich auch so schon genug damit, wenigstens den Anschein von Sauberkeit zu vermitteln. Aber irgendwas braucht man doch, damit die Leute einen nicht für einen Lebensfeind halten….
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