Irgendwann kommt der Zeitpunkt, da muss man handeln, egal wie skeptisch man Tätigkeiten im Allgemeinen betrachtet. Benno Pelzfuß hat die Stimme seines Vaters im Ohr, als hätte der erst vor fünf Minuten zu ihm gesprochen und nicht vor ewig langer Zeit, als Benno noch ein saumseliger Jugendlicher war, der glaubte, die Menschheit könne allein durch Nichtstun vor dem Untergang gerettet werden.
Früher konnte man nicht vom Sofa aus einen Kleinstaat ausradieren und nebenbei eine Orangenlimonade trinken. Faulheit ist keine Ausrede mehr für mangelnde Kampfbereitschaft und die Menschheit stirbt am dumpfen Zorn auf die eigene Dummheit, die nirgendwo so gut zu sehen ist wie bei den anderen.
Deshalb ist Benno Pelzfuß wild entschlossen, etwas zu unternehmen, wehrhaft zu sein, die Werte zu verteidigen, die Toleranz, die Freiheit, oder wenigstens das warme Plätzchen für den eigenen Hintern. Zum Bersten gefüllt mit Energie springt er aus seinem Federbett, die Füße parallel, Knie leicht gebeugt, Schultern gerade, Fußspitzen nach innen, Kampfstellung Eins! Sollen sie nur kommen, die Kopfabschneider, Blutgierer und Gotteskrieger. Er, Benno Pelzfuß, ist bereit.
Draußen wartet der Herbst mit blutrotem Laub und unrealistisch blauem Himmel. Benno läuft an ihm vorbei. Bis über beide Ohren steckt er im Geschnatter des Chors und der Zugzwang fliegt mit den Rauchschwalben nach Afrika.