Der Zar saß beim Frühstück und litt an seinem hohlen Zahn. Die Leere dehnte sich in seinen Mund aus und entfloh in Worten, die sogleich vom Redenschreiber aufgezeichnet und wenig später vom Doppelgänger der Welt vorgetragen wurden. Der Zar fürchtete sich vor der Höhle in seinem Oberkiefer und hätte am liebsten die Krim annektiert, aber das ging nicht, denn das hatte er schon.
„Vielleicht“, dachte der Zar, „sollte ich zum Zahnarzt gehen“. Doch die Zahnärzte waren alle im Gulag und der Zar war nur noch von halbseidenen Wahrsagern und zwielichtigen Kaffeesatzlesern umgeben.
Also nahm er ein Mittelchen und ging aufs Klo, um an seinem Daumen zu lutschen. Der hohle Zahn nutzte die Gelegenheit, um mit dem Daumen ein Schwätzchen zu halten und pries die Vorzüge der inneren Leere. Der Daumen war schnell überzeugt, weil es ihm an Rückgrat mangelte.
Der Zar bemerkte vor lauter Selbstgerechtigkeit nicht, wie der Daumen sich beim Nuckeln entleerte und sein Inneres durch den Zarenhintern im Klosett landete. Die übrigen Finger taten es ihm gleich, dann der Arm und so weiter, bis der Zar sich schließlich komplett selbst ausgeschissen hatte. Bis ihm dämmerte, was da vor sich ging, war es bereits zu spät und am Ende blieb nur eine zerknitterte Hülle auf dem Toilettensitz zurück.
Der Jubel im Reich war groß und der Rest der Welt betete um hohle Zähne für die Anführer. Aber so einfach geht das normalerweise nicht. Man muss die Typen schon selbst ausquetschen.