Entscheidung für Rosa

R. O. S. A. Die Buchstaben fallen vom Sims wie tote Fliegen. Ein Quadrat aus Watte, das im Halse stecken bleibt. Rosa ist keine Farbe, sondern der Zustand zwischen zwei Atemzügen.

Joachim blickt auf den Tisch, den Teller vor ihm, auf die leere Wand. Er sagt: „Ich entscheide mich. Ich werde mich entscheiden. Ich habe mich entschieden.“ Er meint nicht die Tapete, nicht das Stück Tier auf dem Teller. Er meint das Schweigen zwischen den Zügen, zwischen den Silben. Er wählt Rosa, weil es rückwärts gelesen „A-S-O-R“ ist, was zwar nichts bedeutet, aber im Kopf laut poltert.

Rosa. Ro-sa. S-a-r-o. Die Farbe frisst den Namen, der Name frisst das Fleisch. Am Ende bleibt nur ein runder, wunder Punkt auf dem Stadtplan von Nirgends.