Gott hat mich auf die Erde geworfen und jagt mich jetzt zu seinem eigenen Vergnügen. Die Neonlichter der Stadt zerreißen die Nacht wie faule, offene Wunden, ihre Farben kleben an den verspiegelten Fassaden, den Fenstern, die die Seele nicht reflektieren, nur das Elend der tausend leeren Blicke, die an mir vorbeigleiten. Jeder Schritt ein Stampfen, ein Echo der Peitsche, die ich nicht sehe, aber deren Knall den Takt der unsichtbaren Herrschaft schlägt, monotoner Rhythmus, der die Knochen mürbe macht. Der Geruch von altem Alkohol, umgekippten Parfüm und unerfüllten Versprechen hängt schwer in der Luft, als süßlicher Schleier über dem Grau des Asphalts, über der bleiernen Last der Stunden, die sich zu Tagen und Nächten strecken, ohne je wirklich zu enden. Es ist keine Jagd durch Wälder und über Berge; es ist die Jagd durch die immergleichen, austauschbaren Ecken der Großstadt, wo die Freiheit in Abflussrinnen verblutet und das Lachen ein Echo ist, das man schon hundertmal gehört hat – immer das gleiche, immer hohler, ein leises Lied im Protest gegen eine stumme Macht, die alles beherrscht.
Und so trage ich, Maul ohne Schrei, die Lasten der Tage, die nicht meine sind, mit jedem Schritt ein weiteres Glied in der Kette, die mich an die unsichtbare Deichsel bindet. Meine Hufe, die keine sind, schlagen Funken auf dem Pflaster, doch kein Feuer entzündet sich, nur die Gewissheit des nächsten Berges, der erklettert werden will, nur um dahinter den gleichen, den immergleichen Abgrund zu finden. Die Fäden, die mich ziehen, feiner als Spinnenseide, doch fester als Stahl, gesponnen aus Erwartungen der Lebenden und dem Vergessen der Toten. In den trüben Augen der Stadtbewohner spiegelt sich mein eigenes Antlitz: ein Tier, das seinen Herrn verloren hat, doch den Karren aus stummer Gewohnheit weiterzieht, bis die Sonne erlischt und die Sterne schweigen. Was bleibt, ist ewiger Marsch, stumpfer Sinn, Nachklang eines Namens, den niemand mehr ruft, dessen Gewicht auf meinen Schultern liegt wie ein Fluch, ein unumgänglicher Befehl, bis die Ewigkeit selbst ermüdet ist.