Ab einem gewissen Alter beschleicht einen immer öfter das Gefühl, man hätte Sachen schon einmal erlebt. Nicht so ein magischer Moment von dem man Ohrensausen und Eingeweideflattern bekommt, nein, nein, kein Dèjá vu. Ein Dèjà vie eher. Ein Abgrund, der einem mit kaugummigebremster und bleierner Stimme entgegengähnt: „Das schon wieder!“
Manche stürzen sich deshalb kopfüber in noch nie dagewesene Abenteuer, erklimmen Achttausender ohne Sauerstoffgerät, schwimmen mit Alligatoren oder lernen Querflöte. Andere, die weniger Verwegenen, erstellen sich zumindest Listen, auf denen die zu bestehenden Abenteuer eingetragen und abgehakt werden können.
Bernadette Pelzfuß hingegen gibt sich der Routine hin. Sie freut sich an Kleinigkeiten, die ihr bei den ersten Malen entgangen sind und wartet gespannt, ob sich die Dinge tatsächlich genau wie erwartet zutragen, kleinste Abweichungen versetzen sie in lustvollen Rausch. Bernadette schmiegt sich in die weichen Kurven endloser Wiederholungen. Ihre Finger streichen sanft über die Patina verblichener Liebhaber und sie sonnt sich im sanften Abglanz gefallener Engel, während draußen die Welt mit Donnergrollen untergeht.
Nichts ist leichter als das.