Der Tag beginnt nie mit einem Klingeln. Er schleicht sich an. Das Licht wechselt draußen. Ich spüre es, obwohl meine Augen geschlossen bleiben. Die Decke ist schwer, ein Anker. Aufstehen eine Unmöglichkeit, ein Gedanke, der zu viel Kraft kostet. Ich liege einfach da.
Hunger ist eine dumpfe Sache. Ich ignoriere ihn. Heißgetränke trinke ich nicht. Kochen? Ist mir fern. Manchmal wanke ich, schwanke ich mich zur Küche. Dann greife ich in den Kühlschrank und trinke eine Mördermilch. Süß und kalt betäubt kurz, füllt etwas aus. Mehr nicht.
Ich zünde eine Zigarette an. Der Rauch steigt auf. Er tanzt im schwachen Licht, bevor er sich auflöst und auf in den Zimmern verstreute Kleider legt. Meine Gedanken sind dieser Rauch. Steigen auf, kreisen, verwehen. Werden klebriger Film. Ich denke. Nichts Bestimmtes. Mehr dies und wieder das. Aber eigentlich weniger das.
Die Minuten, die Stunden verrinnen, oder auch nicht. Das Vergehen von Zeit hat keine Bedeutung. Ich starre an die Decke. Die selben Muster. Die gleichen Schatten. Alles wiederholt sich, Tag um Tag, ohne Bruch. Frühling bis Winter und und und wieder zurück. Jeder Gedanke ein ausgetretener Weg, den ich schon unzählige Male gegangen bin. Kein Weg heraus. Raus ist weg.
Die Immer-wieder Dunkelheit, die alte Freundin, macht heute keinen Unterschied. Wie gestern nicht und morgen. Ich liege im Bett. Der Teufelskreis. Er dreht sich, unerbittlich. Ich suche nach der Quadratur, nach einer Ecke, einem Anfang oder Ende. Gibbet hia aba nich‘, ’ne Quadratur. Nur diese endlose Wiederholung. Endlose Wiederholung. Nur diese endlose Wiederholung.