Globales Dorftrotteltum

Die Welt ist bekanntlich ein Dorf. Das ist natürlich Quatsch, denn in welchem Dorf wohnen schon achteinhalb Milliarden Menschen? Außerdem würde das bedeuten, dass es – wie in jedem Dorf – nur einen Dorftrottel auf der Welt gibt. Dem dürfen die Kinder ungestraft Streiche spielen und im Wirtshaus bekommt er umsonst ein Bier und eine Suppe. Bürgermeister wird er sicher nicht. Aber bitte, leben wir halt in einem globalen Dorf. Das ist schließlich nicht die einzige Ungereimtheit auf diesem Planeten.

Jedenfalls, die Welt ist voller Dorftrottel und jeder meint, er sei keiner. Bei so einer Unmenge kann man nicht allen ein Bier und eine Suppe spendieren und zwangsläufig wird auch mal einer Bürgermeister, Nervenarzt oder Sonntagsschullehrer, gründen Parteien, Armeen und Religionen, anstatt wie früher Kartoffeln nach Größe zu sortieren.

Außerdem findet so fast jeder Dorftrottelmann eine Dorftrottelfrau, gründet eine Familie und bekommt Dorftrottelkinder. Manchen gelingt das nicht. Die rotten sich dann in der queeren Dorftrottel-Community oder in der Dorftrottel-Manosphere zusammen.

Am Ende wird die Welt nicht an Klimawandel oder dem nuklearen Winter zu Grunde gehen, sondern an der Dorftrottel-Apokalypse. Aber das ist mir gleich, weil ich ja selbst einer bin.