Die Sonne ist ein Klumpen, der fleischig, immer fleischiger, gegen mein Fenster schlägt. Ich nehme die Schattenschere und schneide mir die Beine vom Asphalt. Endlich schweben, während der Nachbar seine eigenen Zähne im Briefkasten poliert und sie anschließend mit Haushaltsbenzin übergießt.
Wir fressen die Silben der Toten, ein drastischer Schnitt durch den Schlund der Ursächlickeit. Blut ist hier nur Tinte, die nicht trocknen will, und Gott ein Lektor mit chronischer Müdigkeit und Schlafblockade, der die Ränder unserer Existenz mit brennenden Streichhölzern markiert.
Ein Mann fiel aus dem fünften Stock, weil er dachte, er sei ein Komma, ein Beistrich. Er schlug unten auf und wurde zu einem Ausrufezeichen. Das ist der reine Schabernack der Anatomie, ein Jux, ein Witz ohne Pointe, der im Halse steckt und stecken bleibt, bis die Lunge, das Herz nach einem Zeichen, einer neuen Interpunktion schreien.
Die Realität ist eine zerfetzte Zeitung, die wir wie im Rausch stets neu zusammenzukleben haben. Die Schattenschere ruht nie; sie frisst das Licht, bis nur noch der nackte Rhythmus des Fleisches übrig bleibt. Wir sind die Sätze, die niemand zu Ende zu denken