Mit mäßigem Interesse verfolgt Konrad Pelzfuß die Nachrichten aus aller Welt auf seinem Taschencomputer. Krieg hier, Friedensplan dort, Steuern rauf, Gebühren runter, Handelsstraße auf, Handelsstraße zu, alte Migranten beklagen sich über neue Migranten, ein Schnellkochtopf mit Füßen wird Billionär, in einem Zoo wird ein Gürteltierbaby Fotzenfritz getauft. Das übliche Zeug halt. Wie alles andere auch kümmert es ihn nicht.
Konrad Pelzfuß legt das Gerät beiseite und macht sich an sein morgendliches Yoga. Beim trommelnden Kamel zwackt es ihn wie üblich im Hintern, doch er führt die Übung mit zusammengebissenen Zähnen und Bienenatmung aus. Er genehmigt sich eine Dose Sardinen in Palmöl und schlüpft in seine Schuhe. „Frohes Schaffen, Konrad!“, ruft er sich selbst im Spiegel zu, als er durch den Gang in seine Arbeitskammer geht.
Dort nimmt er vor dem rötlich schimmernden Kamerauge Platz und strahlt hinein. Vom Monitor liest er fröhliche Plattitüden ab, die er voller Begeisterung ins Mikrofon schmettert. Irgendwann springt er sogar auf, wirft die Arme in die Luft und wagt eins von diesen Tänzchen, wie sie die Fußballspieler aus der Karibik beim Torjubel aufführen.
In der Mittagspause geht Konrad Pelzfuß ein wenig spazieren und kauft sich ein Sandwich ohne Geschmack und Soße. Die Nachbarn grüßt er mit neutralem Nicken.
Den Nachmittag über blickt er verdrossen und wortlos ins Kamerauge. Manchmal schüttelt er wütend die Fäuste oder spuckt angewidert aus.
Vor dem Schlafengehen lässt er sich eine zufällige Nationalhymne von seinem Taschencomputer vorsingen. Nachts träumt er, es würde ihn etwas kümmern.