Schattenschere
Die Sonne ist ein Klumpen, der fleischig, immer fleischiger, gegen mein Fenster schlägt. Ich nehme die Schattenschere und schneide mir die Beine vom Asphalt. Endlich schweben, während der Nachbar seine eigenen Zähne im Briefkasten poliert und sie anschließend mit Haushaltsbenzin übergießt. Wir fressen die Silben der Toten, ein drastischer Schnitt durch den Schlund der Ursächlickeit. Blut ist hier nur Tinte, die nicht trocknen will, und Gott ein Lektor mit chronischer Müdigkeit und Schlafblockade, der die Ränder unserer Existenz mit brennenden Streichhölzern markiert. Ein Mann fiel aus dem fünften Stock, weil er dachte, er sei ein Komma, ein Beistrich. Er schlug…
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